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Vermischtes und Aufgemischtes

Cheat Sheet Nein, die Nazis waren keine Sozialisten

Alles Pfirsich, oder was?

Das Märchen, die Nationalsozialisten seien Linke / Sozialisten gewesen, ist ein Foul an der historischen Wahrheit und gehört vom Platz gestellt.

Auf h-ref.de habe ich die widerlegte Behauptung, die Nazis seien Linke gewesen, ausführlich behandelt und historische Hintergründe erläutert. Dies hier ist ein schneller Spickzettel für die erste Orientierung.

Fundamentaler Widerspruch

Sozialismus will ökonomische Ungleichheit aufheben. Der Nationalsozialismus wollte rassistisch begründete Ungleichheit durchsetzen.

Wahrnehmung der Zeitgenossen

Mit dem Ermächtigungsgesetz wurde 1933 die NS-Diktatur eingerichtet. Nur die SPD stimmte dagegen, alle anderen Parteien waren dafür. Die Nazis setzten das Zentrum massiv unter Druck, ebenfalls zuzustimmen. Es gab Diskussionen und Einwände. Niemand warnte davor, einem angeblich linken Hitler zur Macht zu verhelfen.

Zwischen Hitler und Hugenberg / DNVP gab es Differenzen. Hugenbergs Kritik an der NSDAP bezog sich nicht auf eine angeblich linke Politik der Partei.

Auch Hindenburg hatte Vorbehalte gegen Hitler. Nirgends ist dokumentiert, dass er Hitler als linken Politiker ablehnte.

Bankier von Schröder arrangierte auf von Papens Bitte 1933 ein Treffen mit Hitler, um dessen Kanzlerschaft vorzubereiten. Von Schröder in seiner eidesstattlichen Erklärung: „Das wirtschaftliche Programm Hitlers war der Wirtschaft allgemein bekannt und wurde von ihr begrüßt.“ Es gab keine Einwände gegen einen angeblich linken Hitler.

Von Papen in seiner Autobiografie Der Wahrheit eine Gasse auf S. 218: „Die Rechtsparteien (NSDAP und DNVP) …“

Wirtschaft

Die vermeintlichen „sozialistischen“ Wohltaten des NS-Regimes standen unter einem Vorbehalt: „Nicht für Juden“. Rassismus war durchgängig wichtiger als ökonomische Verhältnisse. Es wäre irreführend, das NS-System nach einem untergeordneten Merkmal einzuordnen statt nach der rassistischen Ideologie, die theoretisch und praktisch immer Vorrang hatte.

Es gab Enteignungen, die sogenannten „Arisierungen“. Die Betriebe wurden aber nicht verstaatlicht, sondern wieder an privatwirtschaftliche Unternehmer vergeben. Das NS-Regime hat den „arischen“ Kapitalisten geholfen, die jüdische Konkurrenz auszuschalten, und es hat jüdische Proletarier vernichtet und „arische“ Kapitalisten beschenkt.

Zwischen 1933 und 1945 wurde keine wesentliche Entscheidung sinngemäß so begründet wie im Ostblock: Dieses und jenes sei eine sozialistische Errungenschaft, wir müssen den Sozialismus voranbringen und deshalb dieses und jenes tun.

Es gab sogar einen „Vierjahresplan“. Aus dem Dokument (1936) selbst geht hervor, dass der Plan nicht der Verwirklichung sozialistischer Ideale dienen sollte; vielmehr war dies die Vorbereitung des Krieges.

Das NS-System war eine Diktatur und hat die Wirtschaft unterworfen, ohne die kapitalistische Produktionsweise aufzuheben.

Punkt 13 des NSDAP-Parteiprogramms (Enteignungen) wurde nie umgesetzt. Im Gegenteil: Das NS-Regime hat vormals verstaatlichte Betriebe und Banken reprivatisiert. Auch die „Brechung der Zinsknechtschaft“, wie im Punkt 11 formuliert, hat nicht stattgefunden.

Die „sozialistische“ Frühzeit

Hitler ergänzte das in Teilen sozialistisch klingende Parteiprogramm durch ein Bekenntnis zum Privateigentum. Auch im Parteiprogramm hatte der Rassismus Vorrang. Die Aufhebung ökonomischer Unterschiede zum Wohl der Arbeiterklasse spielte keine Rolle.

Der Strasser-Flügel der NSDAP hat sich ausdrücklich als sozialistisch bezeichnet. Es gab einen Machtkampf, bei dem Hitler sich durchgesetzt hat. Die Strasserianer haben Hitler Verrat am Nationalsozialismus vorgeworfen und einen Aufruf veröffenlicht: Die Sozialisten verlassen die NSDAP. Otto Strasser ging ins Ausland, Gregor Strasser wurde von der SA ermordet.

Zwangsarbeit

Zwangsarbeit gab es im Ostblock als Teil des staatlichen Lager- und Strafsystems (Gulag). Im Nationalsozialismus diente Zwangsarbeit dem Privatkapital. Das NS-System führte den auf Kriegswirtschaft ausgerichteten Unternehmen Millionen ausländische Zwangsarbeiter zu. Ein drastisches Beispiel sind die privatwirtschaftlichen Buna-Werke der IG Farben in Auschwitz III (Monowitz), zu denen das dortige Zwangsarbeiterlager direkt gehörte.

Fazit: alles Pfirsich

Die Fingerfertigkeit, mit der interessierte Kreise den Nationalsozialismus nach links schieben wollen, hat Charles Fort, ohne es ahnen zu können, bereits 1933 in seinem Buch Wilde Talente beschrieben:

Einmal hatte ich große Stapel von Konservendosen vor mir, die verschiedene Obst- und Gemüsesorten enthielten. Aber ich hatte alle bis auf die Pfirsich-Etiketten aufgebraucht. Ich klebte die Pfirsich-Etiketten auf Pfirsichdosen, und dann kam ich zu den Aprikosen. Aber sind Aprikosen nicht auch Pfirsiche? Und es gibt Pflaumen, die im Wesentlichen Aprikosen sind. So fuhr ich, entweder boshaft oder wissenschaftlich, damit fort, Pfirsich-Etiketten auf Dosen mit Pflaumen, Kirschen, grünen Bohnen und mexikanischen Mais- und Bohnengerichten zu kleben. Ich kann keine klare Auskunft über mein Motiv geben, weil ich bis heute nicht entschieden habe, ob ich Humorist oder Wissenschaftler bin. Ich glaube, es war Bosheit, aber im Folgenden werden wir voller Respekt anerkennen müssen, dass es zugleich eine wissenschaftliche Methode war.

Charles Fort, Wild Talents, S. 9